Kirche und Abtreibung

- Eine Unterhaltung mit Gott -

Dr. Helga Kuhse

Centre for Human Bioethics

MONASH UNIVERSITY


Das Thema "Kirche und Abtreibung" umfaßt mehrere Disziplinen - die Philosophie und Ethik, die Kirchengeschichte und die Theologie. Als Philosophin habe ich das Problem der Abtreibung und ihm verwandte Fragen in mehreren Publikationen ausführlich behandelt(1). Statt meine Argumente hier zu wiederholen, entschloß ich mich, einer weithin anerkannten Autorität auf all den hier angeschnittenen Fachgebieten das Wort zu geben: Gott.(2)

Wie es mir gelang, ein persönliches Interview mit Gott zu erhalten sei dahingestellt. Ich denke jedoch, daß das Thema selbst viel mit meinem Erfolg zu tun hatte. Gott gab eindeutig zum Ausdruck, daß sie als Frau seit eh und je ein außerordentlich reges Interesse an dem Thema "Kirche und Abtreibung" gehabt habe. Die Kirche, sagte sie, sei eine männliche Institution und die von der Kirche verbreitete Moral eine männliche Konstruktion. Schwangerschaft, unerwünschte Mutterschaft und Abtreibung dagegen seien weibliche Realitäten. Wie sei es möglich, so fragte sie, daß von Männern aufgestellte Regeln und Gebote so lange die Wirklichkeit von Frauen bestimmt haben? Ich war versucht, Gott auf ihre Allwissenheit hinzuweisen, besann mich dann aber eines Besseren...

Aber ich greife den Dingen voraus. Unsere Unterhaltung, die übrigens an verschiedenen Stellen bezeugt, daß Gott von der im Duden behaupteten generischen Funktion des Maskulinums wenig zu halten scheint - eine Einstellung, der auch ich meine Sprache in diesem gespräch stillschweigend anpaßte - , begann wie folgt:

Ich: Gott, ich danke Ihnen für die Gelegenheit, mit Ihnen über das Thema "Kirche und Abtreibung" sprechen zu dürfen.

Gott: Gern geschehen. Ich habe die Debatten auf diesem Gebiet nun schon an die zweitausend Jahre verfolgt und begrüße die Gelegenheit, mich dazu nun selbst einmal äußern zu dürfen.

Ich: Die Abtreibung wird oft als die vorgeburtliche Tötung eines Fötus im Mutterleib verstanden.(3) Ist es richtig, daß die Kirche - und ich spreche hier von der christliche Kirche - die Abtreibung traditionell verurteilt hat, weil sie jedes menschliche Leben als "heilig" oder "unverfügbar" ansieht, und nur du, Gott, das Recht hast, über Leben und Tod zu entscheiden?

Gott: Das hört sich schön an - Heiligkeit und Unverfübarkeit des Lebens ..... Mir wird so richtig wohl dabei. Es gibt da leider aber ein paar fundamentale Probleme. Mit der sogenannten Heiligkeit oder Unverfügbarkeit des Lebens ist es nämlich nicht weit her. Auch impliziert deine Frage, daß wir es mit einer christlichen Kirche und mit einer Einstellung zur Abtreibung zu tun haben, und daß all die Kirchenväter und Theologen (und es waren meist Väter - oder zumindestens Männer - zölibate Männer!) mit "Abtreibung" das gleiche meinten. Das war und ist aber nicht der Fall.

Ich: Ja, dann müssen wir etwas langsamer vorangehen. Fangen wir mit dem Begriff der "Heiligkeit" oder "Unverfügbarkeit" des Lebens an. Du sagtest, damit sei es nicht weit her?

Gott: Nein, damit ist es weiß-Ich nicht weit her. Lassen wir für den Moment einmal ungeborenes Leben aus dem Spiel und konzentrieren uns der Einfachheit halber auf erwachsene Menschen.

All das Gerede von der Unverfügbarkeit des menschlichen Lebens hat die Kirche und ihre Vertreter während der letzten zweitausend Jahre nicht davon abgehalten, oft außerordentlich frei über unerwünschtes menschliches Leben zu verfügen.

Ich: Aber wie konnte man denn einerseits auf die Heiligkeit eines jeden menschlichen Lebens bestehen und andererseits, wie du anzudeuten scheinst, Menschen töten?

Gott: Ja, das ist eine gute Frage. Man war hier offensichtlich inkonsistent. Auf der einen Seite sagte man: Es ist absolut verboten, Menschen zu töten; auf der anderen tat man genau das Verbotene. Diese Inkonsistenz bereitete den Kirchenvätern natürlich einige Kopfschmerzen. Aber eine Lösung fand sich bald. Man kam auf die Idee, daß ich - Gott - ja wohl kaum ein allgemeines Verbot gegen das Töten von Menschen ausgesprochen haben könnte. Nein, was ich wirklich gemeint hätte sei, daß man nicht über unschuldiges menschliches Leben verfügen dürfe.... Du merkst sicher schon, wo das hinführt: sogenanntes "schuldige" Leben wurden ausgeklammert und war damit nicht mehr unverletzlich. Siehst du, selbst der heutige Papst hat sich meines Wissens nicht gegen die Todesstrafe ausgesprochen, und Pazifist scheint er auch nicht zu sein....

Ich: Ja, das ist interessant. Aber könntest du vielleicht auch ein paar historische Beispiele nennen?

Gott: Aber ja. Hunderte oder Tausende, wenn Du willst....Es war schon leicht, seine "Unschuld" zu verlieren - und wenn sie erst verloren war, dann war damit das Tötungsverbot ja auch aufgehoben........ "Schuldige" Angreifer durften jetzt in Selbstverteidigung getötet werden. Und andere "Schuldige" - Ketzer, Andersgläubige und Hexen zum Beispiel - konnten gefoltert, gehängt, ertränkt, verbrannt oder auf eine andere phantasievolle Weise ins Jenseits befördert werden. Und für die, die von Testesteron und unbefriedigter männlicher Lust getrieben eine Rechtfertigung für blutige Kriegszüge brauchten, lag die Lösung auf der Hand: "schuldige" Feinde durften nach Herzenslust gemetzelt werden.(4)

Fangen wir mit den sogenannten "Hexen" an. Im 14.Jahrhundert wurden Tausende von ihnen von den Jesuiten verbrannt. Um 1630 herum ließ der Bischof von Bamberg rund 900 Hexen und Zauberer hinrichten. Der Bischof von Würzburg verbrandte 1200 auf dem Scheiterhaufen, und der Erzbischof von Trier war so erfolgreich in seinem Bestreben, das Leben all der Frauen zu beenden, die angeblich mit dem Teufel Geschlechtsverkehr gehabt hatten, daß im Jahre 1585 in zwei Dörfern ganze vier Frauen nachblieben. Das ging übrigens noch eine Weile so weiter. Die letzten Hexenverbrennungen fanden 1782 in der Schweiz statt - und die letzten Hexen wurden 1838 in Danzig ersäuft.(5)

Aber es waren nicht nur Hexen, denen die Kirche ihre Aufmerksamkeit schenkte. Da waren auch die Juden und die Anabaptisten, und weiß-Ich noch wer. So trieben die christlichen Bürger von Basel im 14. Jahrhundert zum Beispiel mehrere hundert Juden in einem besonders zu diesem Zweck errichteten Holzbau auf einer Insel im Rhein zusammen - und steckten ihn dann in Brand. Nicht weit entfernt davon, in Zürich, konzentrierte der große protestantische Reformator, Huldenreich Zwingli, sich etwas später auf die Anabaptisten. Um ihr eigenes ketzerisches Ritual der Erwachsenentaufe zu parodieren, ließ er sie im schönen Zürichsee ertränken.(6)

Und so weiter, und so weiter....

Ich: Ja, das sind schon schlimme Auswüchse gewesen. Aber wenn es um das ungeborene menschliche Leben geht - um Embryonen oder Föten - dann zumindest haben wir es doch wohl mit menschlichem Leben zu tun, das ihm Rahmen der christlichen Lehre als "unschuldig" und damit als "unverfügbar" angesehen werden muß. Föten sind noch keine Vernunftswesen und können sich also im moralischen Sinn in keiner Weise schuldig gemacht haben.

Gott: Das ist richtig. Im moralischen Sinne sind Föten unschuldig. Allerdings hatte das Zugeständnis der moralischen Unschuld eine unmittelbare Folge, die selbst manchem Theologen nicht gefiel.

Es ist noch gar nicht so lange her, daß Frauen während der Geburt starben, weil der Kopf des ungeborenen Kindes nicht durch den Geburtskanal paßte. Wenn der Fötus nun ein unschuldiges menschliches Wesen ist, dann folgt es, daß es verboten ist, den Fötus zu töten, um das Leben der Mutter zu retten. In der Vergangenheit bedeutete das oft, daß beide - Mutter und ungeborenes Kind - während der Geburt starben. Hätte man dagegen den Schädel des Fötus zerdrückt, um den Fötus sodann aus dem Geburtskanal entfernen zu können, dann wäre zumindest das Leben der Mutter gerettet worden. Der Glaube also, daß man unter gar keinen Umständen ein unschuldiges menschliches Wesen töten dürfe, führte dazu, daß man tatenlos dabeistand, wie zwei Menschen - der Fötus und die Mutter starben.

Nun behauptet man, daß ich dafür verantwortlich bin.

Ich: Ja, sind bist du das denn nicht? Du sollst doch im fünften Gebot des Dekaloges gesagt haben: "Du sollst nicht töten". Und wie ich das verstehe, ist das ein absolutes Gebot - ein Menschenleben darf niemals absichtlich beendet werden.

Gott: Du mußt mich wohl für recht einfältig halten! Nehmen wir einmal an, daß ich wirklich auf die Idee gekommen wäre, dem Mose einige nützliche moralische Regeln mit auf den Weg zu geben. Was immer ich getan hätte, ich hätte ihm ganz gewißlich keine absoluten Gebote gegeben! Ein absolutes Gebot darf nie und unter gar keinen Umständen gebrochen werden - selbst dann nicht, wenn damit die allergrößten Uebel vermieden werden könnten. Das Beispiel von Mutter und Fötus zeigt ja schon wohin das führen kann - zwei Leben statt einem! Und glaubst du, daß ich die Sterbehilfe verbieten würde, d.h. es verbieten würde, daß Ärzte todkranken und leidenden Patienten aktive Sterbehilfe leisten? Wohl kaum.

Und noch ein Punkt. Einfache negative Regeln wie "Du sollst nicht töten" verbieten nur Handlungen. Wie steht’s aber mit sogenannten Unterlassungen? Dazu sagen diese Regeln nichts. Ich hätte dazu allerdings sehr viel zu sagen! Für mich steht folgendes fest: wenn es moralisch falsch ist, einen Menschen zu töten, dann ist es unter vergleichbaren Umständen auch moralisch falsch, ihn sterben zu lassen. Sterbenlassen kann genau so moralisch verwerflich wie Töten sein. Denken Sie doch nur an all die Menschen, die täglich Hungers sterben. Diese Menschen sterben nicht, weil die Welt sie nicht ernähren kann, sondern nur deswegen weil andere Menschen nichts tun, um sie vor dem Verhungern zu bewahren!

Als ob ich einen so großen moralischen Unterschied zwischen - wie Ihr Philosophen das ja wohl nennt - Tun und Unterlassen ziehen würde! Es ist doch einfach absurd zu behaupten, daß der Arzt, der den im Geburtskanal steckengebliebenen Fötus tötet, für dessen Tod verantwortlich ist; daß der Arzt, der dabeisteht, wie Mutter und Fötus sterben, dagegen für deren Tod nicht, oder weniger, verantwortlich ist!

Ich: Wie ich die Sache verstehe wird gesagt, daß der Arzt, der die Mutter und den Fötus sterben läßt, lediglich der Natur ihren Lauf läßt. Die Natur, so wird gesagt, ist für den Tod von Mutter und Fötus verantwortlich, nicht der Arzt. Wenn der Arzt dagegen den Fötus tötet, dann ist der Arzt für den Tod des Fötus voll und ganz verantwortlich.

Gott: Daß ich nicht lache! Die Natur kann doch nur darum ihren Lauf nehmen, weil der Arzt sich entschlossen hat, sie ihren Lauf nehmen zu lassen - weil er die Entscheidung getroffen hat, nichts zu tun. Gleichgültig aber, ob der Arzt handelt oder nicht, es ist seine Entscheidung. Das bedeutet auch, daß er in beiden Fällen die volle Verantwortung für die Konsequenzen seiner Handlungen und Nichthandlungen tragen muß.

Die ganze Idee vom moralischen Unterschied zwischen Handeln/Unterlassen und Töten/Sterbenlassen basiert auf einer absurden Vorstellung von der moralischen Verantwortlichkeit. Wie könnte irgendein vernünftiger Gott auf die Idee kommen, die moralische Verantwortlichkeit auf Handlungen zu beschränken? Als ob Nichthandlungen nicht auch Handlungen wären und, genau wie Handlungen, Folgen hätten! Verantwortung belastet zwar. Aber, es tut mir leid, ihr Menschen habt sie nun mal. Halbe Verantwortung gibt es nicht.

Ich: Ich glaube, die katholische Kirche hält noch immer an der Idee fest, daß es immer moralisch falsch ist, einen Fötus zu töten, daß es aber nicht immer moralisch falsch ist den Fötus und seine Mutter sterben zu lassen?

Gott: Ja, das ist im Prinzip richtig - obwohl die moderne Medizin das Problem des im Geburtskanal steckengebliebenen Fötus wohl gelöst hat. Allerdings können auch heute noch Eileiter-Schwangerschaften und andere Komplikationen das Leben einer schwangeren Frau ernsthaft gefährden. Daß man in solchen Fällen Mutter und Fötus sterben lassen soll, erscheint aber selbst denjenigen absurd, die sonst auf der Unverletzlichkeit fötalen Lebens insistieren.

Ich: Wenn das Leben eines Fötus unverletzlich ist, dann ist da aber doch wohl nichts zu machen?

Gott: Du vergißt die Kasuistik! Sie hat schon so manchem Absolutisten aus der Klemme geholfen. In bezug auf die Abtreibung, gibt es da zwei Kunstgriffe......Entweder man streitet ab, daß der Fötus unschuldig ist , oder man streitet ab, daß gewisse Handlungen Tötungen sind, auch wenn sie zum Tod des Fötus führen.

Ich: Das ist etwas verwirrend. Könntest du die Sache etwas näher erklären? Vielleicht fangen wir mit den "schuldigen" Föten an.

Gott: Tja, eine interessante Spitzfindigkeit.... Du hattest ja bereits festgestellt, daß Föten moralisch unschuldig sind und deswegen nicht direkt getötet werden dürfen. Aber wie einige Moraltheologen behaupteten kann selbst ein im moralischen Sinn unschuldiger Fötus ein im physikalischen Sinn schuldiger Angreifer sein. Der Fötus wird zum schuldigen Angreifer erklärt, weil er (wenn auch ohne es zu wollen) das Leben der Mutter gefährdet - zum Beispiel dadurch, daß er bei der Geburt in ihrem Geburtskanal steckenbleibt oder sich im Eileiter anstatt in der Gebärmutter eingenistet hat. Er bedroht das Leben der Mutter und darf darum in Selbstverteidigung getötet werden.(7)

Ich: Aber könnte man dann nicht ebensogut sagen, daß die Mutter das Leben des Fötus bedroht - zum Beispiel, weil ihr Becken zu eng ist, um den Fötus durchzulassen? Das würde dann bedeuten, daß man die Mutter töten darf, um das Leben des Fötus zu retten?

Gott: Genau. Beide, Mutter und Fötus, sind im nicht-moralischen Sinn "schuldige Angreifer" - und wenn alle Menschenleben gleich wertvoll und gleich unverletzlich sind, dann kann ich weiß-Ich keinen Grund sehen, warum ein Vertreter dieser Ansicht die Mutter dem Fötus vorziehen sollte. Man müßte nicht nur den Fötus töten dürfen, um die Mutter zu retten, sondern auch - wie Thomas von Aquin das in einem etwas anderen Zusammenhang einmal gesagt hat - die Mutter "spalten" dürfen, um den Fötus zu retten.(8)

Ich: Das glaubt aber doch wohl keiner - daß man die Mutter "spalten" oder töten darf, um das Leben des Fötus zu retten. Wer sagt denn, daß das Leben eines Fötus dem der Mutter gleichwertig ist?

Gott: Man sagt es zum Beispiel in Rom.(9) Ich denke allerdings auch, daß nicht alle Herren in Rom, und solche die auf Rom hören oder hören sollten, wirklich glauben, daß das Leben von Embryos und Föten "vom ersten Augenblick ihrer Existenz" an dem Leben erwachsener Menschen gleichzusetzen ist. Wenn diese Herren wirklich glaubten, daß es moralisch gleich ist, ob ein erwachsener Mensch oder eine neubefruchtete menschliche Eizelle getötet wird, dann würde ich erwarten, daß sie viel aktiver nicht nur gegen die Abtreibung, sondern auch gegen die sogenannte Spirale zu Felde ziehen.

Ich: Die Spirale? Du meinst das Empfängnisverhütungsmittel?

Gott: Nun, ein Empfängnisverhütungsmittel ist die Spirale nicht. Die Spirale verhindert nicht die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle, sondern verhindert, daß eine bereits befruchtete Eizelle - "ein unschuldiges menschliches Leben" - sich in der Gebärmutter einnistet. Dieses Ausstoßen des Embryos käme dann dem Mord an einem erwachsenen Menschen gleich. Und wenn jeden Tag, in allen Teilen der Welt, unzählige Menschen durch die Spirale ihr Leben lassen, dann würde ich doch denken, daß Rom etwas lautstärker gegen dieses Mordinstrument protestieren sollte, als es das tut....

Ich: Ja, da scheint man dann in Amerika schon etwas konsistenter zu sein. Zwar geht es dort nicht um Spiralen, sondern um Abtreibungskliniken, aber das Prinzip, so scheint mir, ist das gleiche. Dort verteidigen Lebensrechtler die Heiligkeit fötalen menschlichen Lebens mit dem ihnen von diesem Standpunkt aus zustehenden Enthusiasmus. Abtreibungskliniken werden bombardiert und abgebrannt. Man könnte denken, das gehe zu weit. Aber tut es das, wenn - so wird ja behauptet - in diesen Kliniken wirklich Mord begangen wird? Diese Frage wurde in einem Brief an eine amerikanische Lokalzeitung aufgeworfen, nachdem eine Abtreibungsgsklinik in Omaha in Brand gesteckt worden war. Der Brief endete mit dem Satz: "Sie würden ein Konzentrationslager bombardieren - warum also nicht eine Abtreibungsklink?"(10)

Mir scheint, die Frage ist durchaus berechtigt. Wenn Föten wirklich das gleiche Lebensrecht wie erwachsene Menschen haben, dann stimmt die Gleichung Abtreibungsklink = Konzentrationslager so in etwa. Warum setzt sich Rom also nicht mehr als es das tut für das sogenannte fötale Lebensrecht ein?

Gott: Du vergißt, daß Rom sich ja auch nicht gerade enthusiastisch für die Juden und die anderen Menschen in den Konzentrationslagern des Dritten Reiches eingesetzt hat. Die Gasöfen hat es auf jeden Fall weder bombardiert noch sabotiert. Eigentlich hat es überhaupt sehr wenig zur Judenverfolgung gesagt oder zur Rettung der Juden getan.....Ein Zyniker würde sagen, daß man in Rom vor 50 Jahren das Lebensrecht der Juden, wie schon damals in Basel, noch immer nicht besonders ernst nahm....

Ich: Ich würde gern auf die Abtreibung zurückkommen. Du sagtest vor ein paar Minuten, daß einige Abtreibungen in der christlichen Tradition anscheinend dadurch legitimiert werden, daß man sie nicht als "Tötungen", sondern als etwas anderes beschreibt.

Gott: Richtig. Das ist ein interessantes Thema! Es geht hier um das sogenannte Prinzip der Doppelwirkung.(11) Wenn eine Handlung zwei Wirkungen oder Konsequenzen hat - eine gute und eine schlechte - und vorausgesetzt, daß der Handelnde primär nur das Gute will, dann darf er plötzlich das Verbotene tun. Es ist ein flexibles und darum sehr nützliches Prinzip. Das Prinzip soll es erlauben, in einem sogenannten gerechten Krieg Bomben zu schmeißen, die auch aller Voraussicht nach unschuldige Zivilisten töten - vorausgesetzt, daß man es primär auf militärische Stützpunkte und dergleichen und nicht auf die Zivilbevölkerung abgesehen hat. Es soll es auch erlauben, einem Patienten so viel Morphin oder andere palliative Mittel zu geben, daß sie seinen Tod verursachen - vorausgesetzt, daß man lediglich den Schmerz lindern, nicht aber den vorausgesehenen Tod des Patienten herbeiführen will. (12) Ähnlich wird argumentiert, wenn es zu bestimmten Fragen der Abtreibung kommt - wie zum Beispiel bei Eileiterschwangerschaften. Hier wird argumentiert, daß es sich nicht um eine Abtreibung (also um eine Tötung) handelt, wenn man den nicht-lebensfähigen Fötus aus dem Eileiter entfernt. Interessant ist allerdings, daß auch argumentiert wird, daß man einen Fötus nicht entfernen darf, wenn die Mutter z.B. an einer schweren Herzkrankheit leidet und wahrscheinlich sterben würde, wenn sie die Schwangerschaft fortsetzte.(13)

Ich: Mit der Eileiterschwangerschaft verstehe ich das nicht so ganz. Warum ist das keine Abtreibung?

Gott: Das du das nicht verstehst, überrascht mich nicht. Die Verteidiger des Prinzips der Doppelwirkung verstehen es meines Erachtens nämlich im Grunde genommen selber nicht. Sie streiten sich kontinuierlich über den Anwendungsbereich des Prinzips. Das Fatalste aber ist, daß sie bis jetzt nicht in der Lage gewesen sind, eine Theorie des Handelns zu entwickeln, die gewissermaßen das geistige Band liefert, um die verschiedenen und - so viel ich sehen kann - widersprüchlichen praktischen Urteile, die angeblich im Namen des Prinzips der Doppelwirkung gefällt werden, konsistent zu machen.....

Ich: Willst du damit sagen, daß das Prinzip der Doppelwirkung einmal so und einmal so interpretiert wird?

Gott: Ja, genau. Kommen wir auf den Fall zurück, wo der Fötus im Geburtskanal steckengeblieben ist, und die Frage auftaucht, ob sein Kopf zertrümmert werden darf, um die Mutter zu retten. Die Antwort der katholischen Kirche ist "nein": der Kopf darf nicht zertrümmert werden, weil der Arzt, indem er den Schädel zertrümmert, den Fötus tötet.(14)

Es denke auch, daß man eine solche Handlung als Tötung beschreiben sollte. Aber warum wird dann nicht auch die Handlung des Arztes, der eine potentiell tödliche Dosis Morphin verabreicht, als Tötung beschrieben?

Ich: Vielleicht könnte man hier folgendes sagen: Der Arzt, der Morphin gibt, will den Tod des Patienten nicht. Er will nur Schmerzen lindern - er will nicht, daß der Patient stirbt. Wenn er die Schmerzen auf eine andere Art und Weise lindern könnte, würde er es tun. Der Arzt dagegen, der den Schädel des Fötus zertrümmert, muß den Tod des Fötus wollen.

Gott: Nein, das genügt nicht, um die beiden Fälle von einander zu unterscheiden. Auch der zweite Arzt, der den Schädel des Fötus zertrümmert, kann mit der gleichen Berechtigung wie der erste sagen, daß er den Tod des Fötus nicht will. Er will nur das Leben der Mutter retten. Wenn er ihr Leben auf eine andere Art und Weise retten könnte, würde er das tun.....Warum also die erste Handlung als "Schmerzlinderung" beschreiben und die zweite als "Tötung"? Konsistent wäre es, entweder beide Handlungen als Tötungen zu beschreiben oder, wenn die erste Handlung als "Schmerzlinderung" beschrieben wird, die zweite als z.B. "Mutterretten" zu beschreiben.

Ich: Aber die Perforation des Schädels ist doch mit dem Töten identisch?

Gott: Ja, mehr oder weniger. Aber ich kann keinen Grund sehen, warum es nicht möglich sein sollte, die Perforation (parallel zur tödlichen Morphininjektion) unter dem Prinzip der Doppelwirkung als "Mutterretten" zu beschreiben. Wie es ein Verteidiger des Prinzips der Doppelwirkung so schön sagt: Wenn der Arzt den Schädel des Fötus zertrümmert, tötet er den Fötus nicht; er "verändert nur die Dimensionen des Kindes" so daß es durch den Geburtskanal paßt.(15)

All das läuft darauf hinaus, daß es ganz einfach inkonsistent ist, einige Handlungen, die sich in allen relevanten Hinsichten von erlaubten Handlungen nicht unterscheiden, als verbotene Tötungen zu beschreiben.

Ich: Und was sagt die Kirche dazu?

Gott: Während Theologen und Philosophen sich weiterhin über diese Fragen streiten, versucht die Kirche mit derartigen Inkonsistenzen zu leben. Ich weiß nicht, ob es eine offizielle Stellungnahme in bezug auf Eileiter-Schwangerschaften gibt. Fest steht, daß es erlaubt ist, die Schmerzen eines Patienten zu lindern, auch wenn dies seinen Tod verursacht; daß es auf der anderen Seite aber verboten ist, den Schädel eines Fötus zu zertrümmern, um die Mutter zu retten. Schmerzstillen ist "in". Mutterretten ist seit Ende des letzten Jahrhunderts definitiv "out".

Als Frau werde ich natürlich den Verdacht nicht los, daß er für diese Theologen verhältnismäßig einfach war, sich zu der Entscheidung durchzuringen, daß das Leben der Mutter - leider, leider - manchmal auf dem Altar der sogenannten Unverletzlichkeit des fötalen Lebens geopfert werden muß. Als Männer würden Sie ja nie in die Lage kommen, einen Fötus in ihrem Geburtskanal stecken zu haben, und verheiratet waren und sind die meisten ja auch nicht.....Mit den Schmerzen am Ende des Lebens ist es da schon anders, sie befallen nicht nur Frauen....

Ich: Wir haben bis jetzt viel von der Einstellung der Kirche zum fötalen Leben gesprochen. Den wohl fundamentalsten Punkt haben wir allerdings überhaupt noch nicht angeschnitten: Was ist der Grund, warum die Abtreibung von der Kirche als moralisch falsch angesehen wird?

Gott: Ja, warum ist die Abtreibung falsch? Warum wird es als moralisch falsch oder verboten angesehen, menschliche Wesen zu töten, nicht aber Tiere oder Pflanzen? Was gibt den Menschen das sogenannte Recht auf’s Leben?

Ich: Meines Erachtens hat das etwas mit Gottebenbildlichkeit zu tun?

Gott: Gottebenbildlichkeit! Wenn ich das schon höre! Welch eine Eitelkeit! Da soll ich mich also vor etwa 4,000 Jahren am sechsten Tag einer arbeitsreichen Woche hingesetzt haben, um den Menschen zu machen - "ein Bild, das uns gleich sei".(16) Der Verfasser der Schöpfungsgeschichte - zweifelsohne ein guter Fabulierer - konnte natürlich noch nichts von Darwin und der Evolutionstheorie wissen. Aber für heutige Christen ist eine etwa peinliche Frage wohl kaum vermeidbar: welchen Menschen soll ich mir zum Bilde geschaffen haben - den Cro-Magnon-Mann, den Neanderthaler oder wen?(17) Und warum da aufhören? Welche Eigenschaft soll es denn sein, die den Menschen zu meinem Ebenbild macht und ihm (aber nicht anderen Wesen) ein Recht auf’s Leben gibt? Es kann ja wohl nichts damit zu tun haben, daß der Mensch ein zweibeiniges, federloses Säugetier mit einem verhältnismäßig großen Kopf ist?

Ich: Ich glaube nicht. Ich denke, daß es etwas damit zu tun hat, daß Ebenbilder Gottes Seelen haben - unsterbliche Seelen. Andere Lebewesen - Hühner, Schweine, Schafe, der Elefant und die Amöbe - haben keine. Es ist der Besitz der Seele, der das Töten falsch macht.

Gott: Jetzt machst du aber wohl Witze! Seelen! Welche menschlichen Wesen sollen denn Seelen haben? Alle? Auch Föten und Embryos?

Ich: Ja, so habe ich gehört. Es gibt da sogar die Theorie, daß du, Gott, die Seele einer jeden Zygote bei der Verschmelzung der Ei- und Samenzelle einpflanzen oder "einhauchen" würdest.(18)

Gott: Da hätte ich allerdings reichlich zu tun. Weißt du eigentlich daß rund 70% aller befruchteten Eizellen sich spontan nicht in der Gebärmutter einnisten?(19) Wenn all diese Embryone unsterbliche Seelen hätten, dann würde das bedeuten, daß der Himmel hauptsächlich mit den Seelen dieser noch ungeformten Embryos und Zygoten bevölkert wäre.(20)

Und das alte Problem der Zwillingsbildung besteht natürlich nach wir vor - nicht nur was die Seelenfrage angeht, sondern auch was die Individualität betrifft. Es macht einfach keinen Sinn zu sagen, daß bei der Verschmelzung der Ei- und Samenzelle ein ganz bestimmtes menschliches Individuum entsteht - wenn das "Individuum" hinterher noch das Potential hat sich in zwei, drei oder noch mehr "Individuen" zu teilen, die sich dann auch wieder zu einem "Individuum" vereinen können. Individuen können sich nicht teilen und wiedervereinigen. Das bedeutet, daß bis zu dem Zeitpunkt wo die Teilung/Wiedervereinigung nicht mehr möglich ist, noch kein bestimmtes menschliches Individuum existiert. Anfänglich haben wir es mit totipotenten menschlichen Zellen zu tun, die sich in ein, zwei oder mehr Individuen entwickeln können.(21)

Aber das nur am Rande. Um also auf das Tötungsverbot zurückzukommen: ich verstehe nicht, warum es moralisch verwerflicher sein soll ein Wesen zu töten, das eine unsterbliche Seele hat, als ein Wesen das keine hat. Wird nicht gesagt, daß ein Wesen mit einer unsterblichen Seele nach seinem Tod auf ewig all die Freuden des Himmels erleben wird? Ein seelenloses Wesen dagegen hat nur dieses eine kurze irdische Leben. Wenn man ihm das nimmt, hat es nichts mehr. Ein Wesen mit einer unsterblichen Seele dagegen kann dann die ewige Glückseligkeit um so früher genießen. Warum sollte es also moralisch falsch sein, einen Fötus schmerzlos zu töten - so daß er die himmliche Glückseligkeit gleich erfahren kann, anstatt erst noch durch das irdische Jammertal wandern zu müssen?

Ich: Ich glaube, der Grund ist, daß man annahm, ungetaufte abgetriebene Föten kämen nicht in den Himmel, sondern in die Hölle oder mindestens in die Vorhölle. Ohne Taufe war das Los von beseelten abgetriebenen Föten die ewige Verdammnis. Sagte nicht der Heilige Fulgentius im 6. Jahrhundert, daß ein ungetauftes Kind "auf ewig mit ewigem Feuer bestraft" würde?(22)

Gott: Ja, das soll er gesagt haben. Was mich dabei so außerordentlich ärgerlich macht, ist, daß man immer versucht hat, mir diese Ausgeburten der menschlichen Phantasie in die Schuhe zu schieben. Ich soll für solche Dinge wie Erbsünde, Höllenfeuer und die ewigen Bestrafung von unschuldigen Kindern verantwortlich sein... Reine Charakterverleumdung ist das!

Aber zurück zur unserer fundamentalen Frage, warum das Töten menschlicher Föten falsch ist. Wie ich es verstehe, vertritt der zweite Vatikan nicht mehr die Ansicht, daß Föten durch die Taufe gerettet werden müssen. Im Gegenteil. Laut dem zweiten Vatikan, ist "[j]ede Person, ohne Ausnahme, ....durch Christus erlöst worden."(23) Der Grund, warum das Töten menschlicher Föten moralisch falsch ist, kann also nicht sein, daß ein ungetaufter Fötus damit zu ewigem Höllenfeuer verdammt wird.

Was also ist der Grund?

Ich: Ich komme mir fast wie auf der Anklagebank vor. Ich bin Atheist und bin in der Kirchengeschichte und der Theologie nicht besonders bewandert. Außerdem bin ich ohnehin der Meinung, daß der Versuch, die Moral von göttlichen Geboten oder Befehlen abzuleiten, zum Scheitern verurteilt ist.(24) Ich dachte du könntest mir Antworten auf diese Fragen geben...

Gott: Das ist gar nicht so einfach. Ich bin ja schließlich nur Gott - nicht Theologe. Aber wie ich die Dinge verstehe ist es so, daß die katholische Kirche seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die Frage der Abtreibung nicht mehr theologisch, sondern "naturrechtlich" betrachtet.(25) Damit, so denke ich eigentlich, hat sie sich auf Ihr Gebiet, das der Philosophie, begeben. Die Frage der Abtreibung wird zu einer Sache der "Vernunft", und, wenn ich es richtig verstehe, geht es hier darum, zu versuchen, das fötale "Recht auf’s Leben" in der Gattungszugehörigkeit des Fötus - seinem Menschsein - zu begründen.

Ich weiß, du hältst nicht viel davon....

Ich: Nein. Aber darüber wollte ich heute eigentlich nicht sprechen.

Gott: Schon gut. Wir sollten unser Gespräch auch langsam beenden. Aber eine Sache muß ich mir doch noch vom Herzen reden. Ist dir eigentlich aufgefallen, daß wir während unserer ganzen Unterhaltung fast nur von Föten und Embryos gesprochen haben - nicht aber von den Frauen, die diese Föten ja nun einmal zur Welt bringen? Auch haben wir mit keinem Wort von dem katholischen Verbot der Schwangerschaftsverhütung gesprochen. Dieses Verbot ist mitverantwortlich für einen erschreckenden globalen Bevölkerungszuwachs, der die Welt mit einer ökologischen Katastrophe bedroht. Es ist auch mitverantwortlich dafür, daß täglich etwa 455,000 ungewollte Schwangerschaften entstehen und daß täglich 150,000 Abtreibungen vorgenommen werden. Das Abtreibungsgebot ist dafür mitverantwortlich, daß ein Drittel dieser Abtreibungen illegal ist und das Abtreibungen unter Umständen vorgenommen werden, die das Leben der Mutter gefährden. Das bedeutet auch, daß die katholische Kirche damit auch dafür mitverantwortlich für den Tod von 500 Frauen ist, die pro Tag aufgrund dieser illegalen Abtreibungen sterben, und für den täglichen Tod von Tausenden von Kindern, die ursprünglich zwar ungeplant, jetzt aber von ihren Eltern geliebt in Not und Elend und an Hunger sterben.(26)

Die Kirche ist eine Zitadelle der Männer. Ich möchte mich von ihrer Moral ganz energisch distanzieren. Es ist eine unbeugsame und mir gänzlich fremde Moral, konstruiert von Männern, die - hinter absoluten aber inkonsistenten Regeln und Prinzipien verschanzt - sich dem Leid verschließen. Hier geht meines Erachtens nicht wirklich um die Heiligkeit des Lebens, sondern um die Heiligkeit von Prinzipien.

Schwangerschaft, unerwünschte Mutterschaft und Abtreibung sind Dinge, die das Leben der Frauen und ihrer Familien bestimmen. Wie kann es nur sein, daß von weltfremden Patriarchen konstruierte Prinzipien das Leben der Frauen für so lange bestimmt haben?

Ich: Gott, ich dachte eigentlich daß du...

Gott: Nein, die Antwort auf diese Fragen darfst du von mir nicht erwarten. Auch wird es langsam Zeit, zum Ende zu kommen. Ich habe unser heutiges Gespräch sehr genossen. Ich danke dir.

Ich: Und ich danke dir, Gott.


Anmerkungen

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(1) Helga Kuhse und Peter Singer: "The Moral Signififance of Fertilization", in F. Beller und R. Weir (Herausgeber):The Beginning of Human Life, (forthcoming); Helga Kuhse und Peter Singer: Muß dieses Kind am Leben Bleiben?, Erlangen: Harald Fischer Verlag, 1993. Helga Kuhse: Die "Heiligkeit des Lebens" in der Medizin- Eine philosophische Kritik, Erlangen: Harald Fischer Verlag, 1993. Helga Kuhse und Peter Singer: "Individuals, humans and persons: The issue of moral status", in (eds.): Peter Singer, Helga Kuhse et.al.: Embryo Experimentation, Cambridge: Cambridge University Press, 1990, S. 65 - 75.

(2) Die Idee, Gott zu interviewen verdanke ich Terry Lane’s herrlich unseriösem Buch: God - The Interview, Sydney: ABC Book, 1993.

(3) Sie z.B. W. Kluth: "Abtreibung aus katholischer Perspektive", Diskussionsforum Medizinischer Ethik, Nr. 2/3, Mai 1992, S.X.

(4) Siehe hierzu z.B. Karlheinz Deschner: "Die unheilvollen Auswirkungen des Christentums" in Norbert Hoerster (Herausgeber): Religionskritik, Stuttgart: Reclam, 1984, S. 74 -86.

(5) Siehe Terry Lane, pp. 56 und 57.

(6) Siehe Terry Lane, S. 58.

(7) Vgl. im Neuen Testament insb. Mk 1, 13, Röm 8,19-22, sowie für das Alte Testament Psalm 104.

(8) Siehe John T. Noonan, Jr.: "An Almost Absolute Value in History" in (Herausgeber) John T. Noonan, Jr.: The Morality of Abortion - Legal and Historical Pewrspectives, Cambridge, Mass: Harvard University Press, 1970, S. 24.

(9) Sacred Congregation for the Doctrine of the Faith: Declaration on Euthanasia, Vatican City, 1980

(10) Siehe Jonathan Glover: "Matters of Life an Death". In: The New York Review of Books, 30. Mai 1985, S. 19

(11) Siehe Catholic University of America: The New Catholic Encyclopedia. Vol. 4, New York: Mac Graw Hill, 1976, Seiten 1020-1022

(12) Siehe Cacred Congregation: Declaration on Euthanasia, S.8-9

(13) Diese verschiedenen Fälle werden in Kapitel 3 von H. Kuhses "Die Heiligkeit des Lebens" besprochen

(14) Holy Office Decree of August 19, 1889.

(15) Leonard Geddes: "On the Intrinsic Wrongness of Killing Innocent People". In: Analysis Vol. 33, 1973, S. 94-95

(16) 1. Mose 1.27.

(17) Ein ähnlicher Punkt wird auch von Terry Lane gemacht, S. 111

(18) Siehe Kluth, S. X.

(19) The Lancet, Vol. 1, 26/1/1980, S. 167, zitiert in Paul Badham: "Christian Belief and the Ethics of In-Vitro Fertilization and Abortion". In: Bioethics News, Vol. 6, No.2, January 1987, S. 13.

(20) Siehe Paul Badham, p. 13.

(21) Helga Kuhse and Peter Singer: "Individuals, humans and persons...".

(22) St. Fulgentius wird von Edward Westermarck zitiert in "The Origin and Development of the Moral Ideas", Vol. 1, London: McMillan, 1906, S. 417

(23) Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche § 1261, in dem es z.B. heißt: "Das große Erbarmen Gottes, der will, daß alle Menschen gerettet werden, ... berechtigen uns zu der Hoffnung, daß es auch für die ohne Taufe gestorbenen Kinder einen Heilsweg gibt."

(24) Vgl. Richard M. Hare: The Language of Morals. London: Oxford University Press, 1952, Kap. 5; und Richard M. Hare: Moral Thinking. Oxford: Clarendon Press, 1981, Kap. 4

(25) Anton Leist: Eine Frage des Lebens. Ethik der Abtreibung und künstlichen Befruchtung, Frankfurt/M.: Campus-Verlag, 1989, S. 14.

(26) The Age, 26. Juni 1992 einen Report der World Health Organization zitierend.