Veranstaltungen 
Vorträge
Zu den Vorträgen der GKPN sind Mitglieder wie Nicht-Mitglieder herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Sämtliche Vortragsveranstaltungen finden – sofern nicht anders vermerkt – in den Räumen des Deutsch-Türkischen Unternehmervereins in der Europäischen Metropolregion Nürnberg (TIAD) e.V. statt.
Einsehbare Zeiträume: 01-07/2017 09-12/2017
 
2017 (Januar-Juli)
Mittwoch, 11.01.2017, 19.30 Uhr
Thomas Müntzer – ein Fremder in der Reformation?
Referent: Jürgen Pommerrenig
Mittwoch, 25.01.2017, 19.30 Uhr
Wozu kann Philosophie denn nun wirklich gut sein?
Referent: Prof. Dr. Rainer Hegselmann
Mittwoch, 08.02.2017, 19.30 Uhr
Schopenhauer und der kritische Rationalismus
Referent: Dr. Martin Morgenstern
Mittwoch, 22.02.2017, 19.30 Uhr *
Richtig argumentieren: Was ist logisch, was unlogisch?
Referent: Prof. Dr. Peter Bernhard
Mittwoch, 08.03.2017, 19.30 Uhr *
Funktionen und Strukturen von Verschwörungsideologien – von der NS-Ideologie der „jüdischen Verschwörung“ bis zum „BRD-GmbH“-Unsinn der sog. „Reichsbürger“
Referent: Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber
Mittwoch, 22.03.2017, 19.30 Uhr
Zur Wirkung Arthur Schopenhauers in der Physik des 20. Jahrhunderts
Referent: Frederick Herget, M.A.
Mittwoch, 05.04.2017, 19.30 Uhr
Simon Marius – der fränkische Galilei und der Streit ums richtige Weltsystem
Referent: Pierre Leich, M.A.
Mittwoch, 12.04.2017, 19.30 Uhr
Mitgliederversammlung der GKP (keine öffentliche Veranstaltung) (Ort: Nachbarschaftshaus Gostenhof, Raum 212)
Mittwoch, 03.05.2017, 19.30 Uhr
Immanuel Kant – Leben und kritisches Werk
Referent: Prof. Dr. Thomas Rießinger
Mittwoch, 17.05.2017, 19.30 Uhr
Die Wissenschaftstheorie des Wiener Kreises
Referent: Dipl.-Phys. Helmut Fink
Mittwoch, 31.05.2017, 19.30 Uhr *
Fragwürdige pädagogische „Wundermethoden“ – kritisch hinterfragt am Beispiel der Edu-Kinestetik
Referent: Wolfgang Hund
Mittwoch, 14.06.2017, 19.30 Uhr *
Warum wir Utopien brauchen und wie wir sie verwirklichen können
Referent: Dr. Hans-Joachim Niemann
Mittwoch, 28.06.2017, 19.30 Uhr
Johann Gottfried Herder – Leben und philosophisches Hauptwerk
Referent: Dr. Dr. Joachim Kahl
Mittwoch, 12.07.2017, 19.30 Uhr
Epikur und Epikureismus
Referent: Prof. Dr. Harald Seubert
Mittwoch, 26.07.2017, 19.30 Uhr *
Marginalien zu Henry David Thoreau
Referent: Michael Bergler (StD a.D.)
* Veranstaltungen, die zusammen mit dem Humanistischen Verband Deutschlands - Bayern durchgeführt werden
 
2017 (September-Dezember)
Mittwoch, 20.09.2017, 19.30 Uhr
Constantin Brunner – ein vergessener Aufklärer
Referent: Dr. Robert Zimmer
Mittwoch, 04.10.2017, 19.30 Uhr *
Emmy Noether – Pionierin der modernen Algebra und Physik
Referent: Frederick Herget, M.A.
Mittwoch, 18.10.2017, 19.30 Uhr
Zur Verteidigung des Apotheotischen Prinzips – Versuch einer Grundlegung des guten Lebens
Referent: Jonathan Krude
Mittwoch, 15.11.2017, 19.30 Uhr
Nicolai Hartmann – ein zu Unrecht vergessener Vorbereiter einer wissenschaftlich orientierten Philosophie
Referent: Dr. Martin Morgenstern
Mittwoch, 29.11.2017, 19.30 Uhr *
Zum Verhältnis von Mitteln und Zwecken in der Philosophie der Freiheit
Referent: Dr. Philipp Batthyány
Mittwoch, 13.12.2017, 19.30 Uhr *
Bertrand Russells Erkenntnistheorie
Referent: Ufuk Özbe
* Veranstaltungen, die zusammen mit dem Humanistischen Verband Deutschlands - Bayern durchgeführt werden

Vergangene Vortragsveranstaltungen
Frühere Programme können Sie in unserem Vortragsarchiv einsehen (derzeit allerdings nur zurück bis 2013).
 
Seminare & Symposien
Reformations-Symposium (29.04.2017)
Das alljährliche Symposium von GKPN und HABy findet dieses Jahr am 29. April 2017 in Nürnberg im Marmorsaal der Nürnberger Akademie“ von 10-18 Uhr statt. Thema: 500 Jahre Reformation - eine kritische Bilanz. Informationen und Anmeldung auf der Symposiumshomepage unter www.reformationssymposium.de.
Tagesseminar zu Ludwig Feuerbach (28.10.2017)
Auch dieses Jahr führt die GKPN zusammen mit der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft wieder eine eintägige Veranstaltung mit mehreren Vorträgen durch.
Am Samstag, dem 28.10.2017 werden im Nachbarschaftshaus Gostenhof in Nürnberg von 10-17 Uhr wieder fachkundige Dozenten über verschiedene Themen zu Philosophie und Leben Ludwig Feuerbachs referieren.
Alle Mitglieder der GKPN sowie interessierte Nichtmitglieder sind zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
Vergangene Symposien
Schopenhauer-Symposium (08.10.2016)
-> Homepage des Schopenhauer-Symposiums
-> Veranstaltungsrückblick Schopenhauer (folgt!)
Transhumanismus-Symposium (05.12.2015)
-> Homepage des Transhumanismus-Symposiums
-> Veranstaltungsrückblick Transhumanismus
Friedrich-Jodl-Symposium (11.10.2014)
-> Homepage des Friedrich-Jodl-Symposiums
-> Artikel zum 100. Todestag von Friedrich Jodl.
Diderot-Symposium (16.11.2013)
-> Homepage des Diderot-Symposiums
-> Veranstaltungsrückblick Diderot
Rousseau-Symposium (10.11.2012)
-> Homepage des Rousseau-Symposiums
-> Veranstaltungsrückblick Rousseau
Hume-Symposium (26.03.2011)
-> Homepage des Hume-Symposiums
-> Veranstaltungsrückblick Hume
 
Rückblicke
Transhumanismus-Symposium 2015
Feuerbach-Seminar 2015
Friedrich-Jodl-Symposium 2014
Feuerbach-Seminar 2014
Diderot-Symposium 2013
Feuerbach-Seminar 2013
Rousseau-Symposium 2012
Feuerbach-Seminar 2012
Hume-Symposium 2011
 
Transhumanismus - Perspektiven, Chancen, Risiken. Ein Symposium zur Bio- und Technikethik der Zukunft am 5. Dezember 2015 in Nürnberg
Lesen Sie unter nachfolgendem Link den Rückblick auf unser Symposium zum Transhumanimus.
[PDF] Download Rückblick Transhumanimus-Symposium (1 MB)
 
Feuerbach-Seminar 2015 in Nürnberg
Am 24. Oktober 2015 fand im Nachbarschaftshaus Gostenhof in Nürnberg wieder das Tagesseminar zu Ludwig Feuerbach statt, das die GKPN jährlich gemeinsam mit der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nürnberg durchführt. Lesen Sie unter folgendem Link den Veranstaltungsrückblick:
Rückblick Feuerbach-Seminar 2015
 
Friedrich Jodl und das Erbe der Aufklärung. Symposium zum 100. Todestag Jodls in Nürnberg am 11.10.2014
Lesen Sie demnächst hier den Rückblick auf unser Symposium zu Friedrich Jodl.
 
Feuerbach-Seminar 2014 in Nürnberg
Am 25. Oktober 2014 fand im Nürnberger Nachbarschaftshaus Gostenhof wieder das Tagesseminar zu Ludwig Feuerbach statt, das die GKPN jährlich gemeinsam mit der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nürnberg durchführt. Lesen Sie unter folgendem Link den Veranstaltungsrückblick:
Rückblick Feuerbach-Seminar 2014
 
„Denis Diderot - Aufklärer, Enzyklopädist, Politischer Denker. Symposium zum 300. Geburtstag“ am 16. November 2013 in Nürnberg
Lesen Sie unter nachfolgendem Link den Rückblick auf unser Symposium zu Denis Diderot.
[PDF] Download Rückblick Diderot-Symposium (348 KB)
 
Feuerbach-Seminar 2013 in Nürnberg
Am 26. Oktober 2013 fand im Kleinen Saal des Nürnberger Nachbarschaftshauses Gostenhof wieder das Tagesseminar zu Ludwig Feuerbach statt, das die GKPN jährlich gemeinsam mit der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nürnberg durchführt. Lesen Sie hier den Veranstaltungsrückblick:
[PDF] Download Rückblick Feuerbach-Seminar 2013 (122 KB)
 
„Jean-Jacques Rousseau – Aufklärer, Pädagoge, Politischer Denker. Symposium zum 300. Geburtstag“ am 10. November 2012 in Nürnberg
Einen kurzen Rückblick in zusammenfassender Form finden Sie auf diesseits.de hier: Erkenntnisreiches Rousseau-Symposium.
Die ausführliche Schilderung der einzelnen Referate mit weiteren Fotos können Sie hier abrufen: [PDF] Download Rousseau-Bericht 2012 (1,2 MB).
Im Folgenden finden Sie zudem die Präsentation zum Vortrag von Dr. Gerhard Engel sowie eine Fotodokumentation.
[PDF] Praesentation_Engel_Wie-"gleich"-sollten-wir-sein? (185 KB)
Fotodokumentation
Bild links/oben: Helmut Fink bei der Begrüßung.
Bild rechts/unten: Rousseau interessiert auch heute noch...
Bild links/oben: Dr. Grethlein beim Einführungsvortrag.
Bild rechts/unten: Dr. Buschlinger referiert lebhaft über Rousseaus Menschheitsdiagnose
Bild links: Dr. Schulze stellt den Pädagogen Rousseau vor.
Bild rechts: Professor Brandt behandelt die Fragen "Welche Freiheit?" und "Welche Gleichheit?"
Bild links: Dr. Hirsch spricht zum Thema "Friedensträume und politischer Realismus".
Bild rechts: Dr. Engel befasst sich mit der Frage der Ungleichheit aus humanistischer Perspektive.
Die Moderatoren (v.l.): Helmut Fink und Frank Schulze
 
Feuerbach-Seminar 2012 in Nürnberg
Am 27. Oktober 2012 fand im Kleinen Saal des Nürnberger Nachbarschaftshauses Gostenhof wieder das Tagesseminar zu Ludwig Feuerbach statt, das die GKPN jährlich gemeinsam mit der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft Nürnberg durchführt. Lesen Sie hier den Veranstaltungsrückblick:
[PDF] Download Rückblick Feuerbach-Seminar 2012 (115 KB)
 
„David Hume – Politischer Denker, Erkenntnistheoretiker, Religionskritiker. Symposium zum 300. Geburtstag des schottischen Aufklärers“ am 26. März 2011 in Nürnberg
Am 7. Mai 2011 wäre David Hume 300 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass veranstaltete die Gesellschaft für kritische Philosophie Nürnberg (GKPN) in Zusammenarbeit mit der Humanistischen Akademie Bayern (HABy) ein hochkarätig besetztes Symposium, das am 26. März im Marmorsaal des Nürnberger Gewerbemuseums stattfand. Als Referenten konnten einige der besten deutschsprachigen Hume-Kenner gewonnen werden, die sämtlich auch als Autoren an dem Hume gewidmeten Schwerpunktheft von „Aufklärung und Kritik“ beteiligt waren, das bereits Anfang des Jahres erschienen war. So reisten denn auch über 70 Teilnehmer aus ganz Deutschland und der Schweiz zu der Veranstaltung an, was für ein solches – v.a. im deutschsprachigen Raum – vergleichsweise spezielles Thema durchaus als bemerkenswert gelten darf.
Zum Teil verdankte sich dies wohl auch dem Umstand, dass sich das Symposium explizit gleichermaßen an Fachleute wie an Interessierte ohne philosophische Fachbildung richtete. Zudem sollte Hume nicht nur als der herausragende Denker gewürdigt werden, von dem Kant sagte, er habe ihn aus seinem „dogmatischen Schlummer“ geweckt, sondern er sollte auch als der Mensch in den Blick kommen, der er war. Im Ankündigungstext hieß es dazu in Anlehnung an Gerhard Streminger (Anm. 1): „David Hume (1711-1776) war einer der wichtigsten Philosophen der europäischen Aufklärung und eine beeindruckende Persönlichkeit. Von Überzeugung ein Skeptiker, genoss er sein Leben wie ein Epikureer und starb zur Enttäuschung der religiösen Eiferer ruhig wie ein Stoiker - gemäß dem Wahlspruch seiner Familie: True to the End (Wahrhaftig bis zum Ende). So verkörperte Hume noch und gerade im Sterben das, ‚was Fanatiker am meisten fürchten: den Triumph des Verstandes über den Aberglauben’; gleichzeitig zeichnete er sich in hohem Maße durch Humor und Menschlichkeit aus.“
Gemäß dieser Perspektive auf den Philosophen und den Menschen behandelte nach der Begrüßung durch Dr. Frank Schulze (GKPN) und Helmut Fink (HABy) gleich der lebendige Einführungsvortrag von Prof. Dr. Thomas Rießinger (Frankfurt) das Leben und Werk David Humes.
Rießinger verschaffte den Hörern einen einleitenden Überblick über Humes Biographie und stellte die Grundzüge von dessen Philosophie in Bezug auf Erkenntnistheorie, Moralphilosophie und Religionsphilosophie dar. Dabei stellte er Hume als philosophischen „Alleszermalmer“ an die Seite Kants (bzw. vor diesen), lobte aber die im Unterschied zu Kant oder auch Adorno klare und verständliche Sprache des Schotten.
Im Anschluss erläuterte Prof. Dr. Dr. Norbert Hoerster (Reichenberg), dessen eigene Schriften sich ebenfalls durch einen bestechend klaren Stil auszeichnen, Humes Auffassungen über Existenz und Eigenschaften Gottes. Er bezog sich dabei vor allem auf Humes religionsphilosophisches Hauptwerk, die „Dialoge über natürliche Religion“, deren deutsche Ausgabe bei Reclam Hoerster selbst übersetzt und herausgegeben hat (Anm. 2).
Nach einem süffisanten Hinweis auf die Auffassung Hegels, tiefer als Hume könne man im Denken nicht herunterkommen, widmete sich der Referent vornehmlich der Hume’schen Kritik am teleologischen „Gottesbeweis“, der aus der vermeintlichen Ordnung und Zielgerichtetheit der Welt die Existenz eines göttlichen Schöpfers abzuleiten versucht. Schon diesen Schluss sieht Hume einer Reihe schwerwiegender Einwände ausgesetzt, insbesondere hält er es aber für ausgeschlossen, dass der reale Zustand der Welt den Schluss auf einen Schöpfer zulassen könnte, der nicht nur allmächtig, sondern auch allgütig sei, wie es der Theismus behauptet. Könnte man Hume also etwa in Hinblick auf einen moralisch indifferenten Gott noch als Agnostiker bezeichnen, so ist er bezüglich des christlich-monotheistischen Gottes sicherlich ein entschiedener Atheist.
Nach einer kurzen Kaffeepause analysierte Dr. Georg Andree aus Graz Humes Antworten auf die beiden zentralen Fragen der Ästhetik David Humes, die dieser in seinen Aufsätzen „The Standard of Taste“ und „Of Tragedy“ behandelt: Was ist ein korrektes ästhetisches Urteil, und warum finden wir Gefallen an Tragödien?
Andree verdeutlichte dabei vor allem Humes Mittelposition zwischen rationalistischen und relativistischen Kunsttheorien: Wo jene auf das bloße Abhaken einzuhaltender Schönheits- bzw. Kunstregeln hinauslaufen und diese in der Gleich-Gültigkeit unreflektiert-subjektivistischer Geschmacksurteile enden, entwickelt Hume eine Theorie der ästhetischen Urteilsbildung, die sowohl den Verstand als auch das Gefühl berücksichtigt und somit überhaupt erst eine sinnvolle Auseinandersetzung um die korrekte Beurteilung von Kunstwerken erlaubt.
Dr. Gerhard Engel (Hildesheim), u.a. Präsident der Humanistischen Akademie Bayern (HABy), kam es zu, die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden nach dem Mittagessen wieder zu aktivieren und auf die humanistischen Aspekte des Hume’schen Denkens zu lenken. Nach einer Reflexion über die Bedeutung von Klassikern und den Humanismus als Perspektive und Programm erläuterte Engel vor diesem Hintergrund die Rolle der Erfahrung bei Hume sowie dessen berühmte Sein-Sollen-Unterscheidung, um ihn schließlich als Pionier einer menschengemäßen Wirtschaftsordnung zu würdigen. So habe Hume z.B. die moderne Ökonomik vorbereitet und eine besonders klare Darstellung der Dialektik von Freiheit und Ordnung geliefert. Mehr noch als wegen seiner oft überraschend modernen sozialwissenschaftlich-ökonomischen Einsichten sollte Hume nach Engel jedoch wegen der Haltung geschätzt werden, aus welcher diese entspringen. Engel charakterisierte diese Haltung u.a. als geprägt von Interesse am Menschen, seinen Eigenschaften und (Fehl-)Leistungen sowie an seinem Potential. Eingebettet ist dieses Interesse am Menschen in ein umfassendes und enzyklopädisches Interesse an der Welt – und nicht an der Überwelt der Theologen.
Für den nachfolgenden Vortrag war ursprünglich Herr Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber vorgesehen, der seine Teilnahme jedoch aus gesundheitlichen Gründen absagen musste. Sein Beitrag zum Thema David Hume als politischer Theoretiker wurde den Teilnehmenden bei der Veranstaltung in schriftlicher Form zur Verfügung gestellt.
Es war den Organisatoren eine Freude und Erleichterung, in dieser Situation kurzfristig Herrn Prof. Dr. Rudolf Lüthe (Koblenz-Landau) als Referenten gewinnen zu können, der hiermit noch einmal herzlich dafür bedankt sei. In seinem über weite Strecken erfrischend launigen Beitrag über Kultivierte Sozialität stellte Lüthe Überlegungen zur Anthropologie und Sozialphilosophie Humes an, die in der Darlegung gipfelten, inwiefern Hume unter „kultivierter Sozialität“ im Wesentlichen das Ergebnis einer gelungenen Verfeinerung der Affekte Stolz und Scham versteht. Die Bedeutung dieser Frage zeigt sich insbesondere darin, dass diese Affekte nach Hume den Menschen dazu dienen, ihre sozialen Verankerungen und Positionen zu realisieren, ja geradezu als Gradmesser der Sozialität eines Menschen fungieren. Die Kultivierung der Sozialität besteht demnach im Kern darin, Stolz und Scham im rechten Maß zu entwickeln, wobei Hume die Maßstäbe dafür (bzw. eine entsprechende Kulturphilosophie) nicht mehr ausgearbeitet hat.
Mit besonderem Beifall würdigten die Teilnehmenden anschließend den Grazer Hume-Forscher Prof. Dr. Gerhard Streminger, der am Tag des Symposiums Geburtstag feierte, und dessen soeben neu aufgelegtes großes Werk zu David Hume (Anm. 3) sich zahlreiche Hörer signieren ließen. In seinem detailreichen Beitrag zur Wirkungsgeschichte Humes vermittelte Streminger einen lebendigen Eindruck von dem großen Einfluss des schottischen Denkers auf die folgende Ideengeschichte. Dabei zeigte er auf, dass Hume die herausragende Stellung in der englischsprachigen Philosophie, die er heute innehat und die mit derjenigen Kants im deutschen Sprachraum vergleichbar ist, erst relativ spät einnehmen konnte, nämlich etwa ab Mitte des 20. Jahrhunderts.
Lange Zeit hatten zuvor Sichtweisen dominiert, die Hume entweder als platten Empiristen betrachteten oder ihm einen ausufernd-unvernünftigen Skeptizismus vorwarfen, in welchem etwa Bertrand Russell sogar eine der geistigen Quellen des Faschismus zu erkennen glaubte, insofern Hume damit dem Vormarsch des Irrationalismus Vorschub geleistet habe. Gleichwohl war die positive Wirkung des Hume’schen Denkens auch schon vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert gewaltig, wie Streminger u.a. an den Beispielen Smith, Kant, Darwin und Einstein sowie dem Einfluss Humes auf die Väter der amerikanischen Verfassung zeigte.
Beschlossen wurde die Veranstaltung von einer Podiumsdiskussion, in welcher unter Moderation von Helmut Walther (GKPN) und Helmut Fink (HABy) aktuelle Bezüge der Hume’schen Philosophie vertieft wurden und das Publikum – wie schon zuvor nach jedem der Einzelbeiträge – Gelegenheit zu eigenen Fragen erhielt.
Die Diskutanten stellten fest, dass es Indizien für eine zunehmende bzw. zunehmend bessere Hume-Rezeption im deutschen Sprachraum gebe, und würdigten insbesondere die Bedeutung Humes für die Neurowissenschaften, die Religionssoziologie und -kritik, den Liberalismus und die Ökonomie sowie den Humanismus. Als beispielhaft auch für heutige Humanisten wurde dabei die Gelassenheit und Sachlichkeit hervorgehoben, mit welcher Hume das Geschäft der Aufklärung betrieb, sowie seine damit einhergehende Bereitschaft und Fähigkeit, immer auch mit Menschen anderer Auffassung unvoreingenommen zu sprechen sowie private Freundschaften nicht von weltanschaulichen Differenzen beeinträchtigen zu lassen – ganz im Sinne seines großen Diktums: Sei ein Philosoph; aber inmitten all deiner Philosophie bleibe Mensch!
Dr. Frank Schulze (Nürnberg)
Anmerkungen:
(1) Vgl. u.a.: Streminger, Gerhard (1986): David Hume - Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Hamburg (rororo).
(2) Hume, David (1981): Dialoge über natürliche Religion. Übersetzt und herausgegeben von Norbert Hoerster. Stuttgart (Reclam).
(3) Streminger, Gerhard (2011): David Hume. Der Philosoph und sein Zeitalter. München (C.H. Beck).
 
Veranstaltungsorte
 
Deutsch-Türkischer Unternehmerverein in der Europäischen Metropolregion Nürnberg (TIAD) e.V.
Unsere regelmäßigen öffentlichen Mittwochsveranstaltungen finden seit April 2016 in den Räumen des Deutsch-Türkischen Unternehmervereins in der Europäischen Metropolregion Nürnberg (TIAD) statt. Diese befinden sich im 2. OG des Gebäudes Am Plärrer 19-21 in 90443 Nürnberg. Der Eingang befindet sich direkt am Aufgang der U-Bahn-Haltestelle „Plärrer“ (siehe rote Markierung im Foto).
Gebäude des TIAD, Am Plärrer 19-21
(Quelle: Google Street View)
 
Nachbarschaftshaus Gostenhof
Unsere GKP-internen DVD-/Diskussionsabende sowie die jährlichen Tagesseminare zu Ludwig Feuerbach finden traditionell im Nürnberger Nachbarschaftshaus Gostenhof, Adam-Klein-Str. 6, statt (siehe Fotos). In der dortigen Cafeteria werden die Diskussionen zu den Vortragsthemen nach Veranstaltungsende oft noch in geselliger Runde fortgesetzt.
Nachbarschaftshaus Gostenhof
(Quelle: www.nuernberg.de/internet/nh_gostenhof)
Seminarraum im Nachbarschaftshaus Gostenhof
(Quelle: www.nuernberg.de/internet/nh_gostenhof)
Cafeteria im Nachbarschaftshaus Gostenhof
(Quelle: www.nuernberg.de/internet/nh_gostenhof)
 
Marmorsaal des Presseclubs Nürnberg
Unsere einmal jährlich gemeinsam mit dem HVD veranstalteten Symposien finden in der Regel im Marmorsaal des Presseclubs Nürnberg am Gewerbemuseumsplatz 2 statt. Der Saal befindet sich im Gebäude der „Nürnberger Akademie“, bei welchem es sich um das ehemalige Gewerbemuseum handelt. Dieses wurde 1892-1897 im Stil eines repräsentativen neobarocken Schlosses erbaut.
Gebäude der „Nürnberger Akademie“
(Quelle: www.presseclub-nuernberg.de)
Marmorsaal im Gebäude der "Nürnberger Akademie"
(Quelle: www.presseclub-nuernberg.de)
















Mittwoch, 13.11.2013, 19.30 Uhr
Nietzsches Rationalität und Irrationalität. Neue Perspektiven auf einen Mythos
Referent: Prof. Dr. Harald Seubert